Leo Hackl Coaching
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Redeangst

Ängste auflösen

Ängste lassen sich mit verschiedenen Methoden auflösen. Sehr gute Erfolge erziele ich jedoch mit einer Kombination einer bereits klassischen Methode mit einer Weiterentwicklung aus der Hirnforschung. Die Klassische, ist die sogenannte Paradoxe Intervention, welche dank der Palo Alto Gruppe mit Paul Watzlawik durch ihre spektakulären und raschen Erfolge Aufsehen erregte.

Sie ist noch heute eine der schnellsten Methoden. Der Kernpunkt ist die Symptomverschreibung, deshalb paradoxe Intervention. Es ist ja paradox, wenn nicht gar gemein, jemandem gerade das zu verschreiben, oder aufzutragen, was er loswerden möchte. Am Beispiel Angst können Sie sehen, dass dies, richtig angewandt, unfehlbar ist. Dies verlangt zwar verschiedene Massnahmen, um es zu ermöglichen, aber dann muss sich die Veränderung zwingend wie ein Naturgesetz einstellen. Wie das?

Wir reden hier von Ängsten wie Prüfungsangst, Redeangst, Flugangst und ähnlichem, sogar von Panikattacken. Überlegen Sie sich, wie so eine Angst üblicherweise auftaucht. Sie kommt völlig ungerufen, selbsttätig, gegen den Willen, vollautomatisch. Man nennt dies spontan. Angst ist ein typisches Spontanphänomen.

Nun haben Spontanphänomene wie z.B. einschlafen oder sich verlieben die Eigenschaft, dass sie eben nur spontan auftreten können. Wenn Sie einschlafen wollen, weil Sie am nächsten Tag dringend gut ausgeschlafen sein sollten, Sie wissen es, dann liegt man noch lange wach. Das Gegenteil von spontan ist nämlich willentlich. Wenn Sie einschlafen wollen, haben Sie kaum eine Chance, einzuschlafen. Dasselbe gilt beim sich verlieben. Das ist ebenso ein Spontanphänomen.

Schluckauf ist ebenfalls ein Spontanphänomen. Lockt man einen Jungen der Schluckauf hat damit, sich leicht eine hübsche Summe zu verdienen, so will er das Geld natürlich haben. Sein Auftrag lautet, nochmals Schluckauf zu haben. Er will dies unbedingt, aber der Schluckauf bleibt weg, je stärker er ihn haben will.

Nun ist die Sachlage eigentlich sehr einfach: Angst ist ein Spontanphänomen. Sich willentlich die Angst erzeugen zu wollen verhindert die Angst zwingend. Die Paradoxe Intervention ist genau jene die dem Jungen mit Schluckauf verschrieben wurde: Hab nochmals Schluckauf. Das Symptom Schluckauf wird ihm verschrieben, als Aufgabe gestellt. Also: Habe Angst! Die Angst wird nicht auftreten können.

Sie ahnen es: Ganz so einfach ist es natürlich nicht, der Teufel steckt im Detail. Wer will schon so ehrlich Angst haben wie der Junge, der sich das Geld auf schnelle Art, quasi mit einem Schluckauf verdienen möchte?

Es könnte ja auch einmal nicht funktionieren, nicht wahr? Sollte ich ins Flugzeug gestiegen sein und es rollt bereits zur Startbahn, habe ich keine Chance mehr auszusteigen, meine Flugangst wird mich auffressen, so denkt man. Wenn mich meine Prüfungsangst dann trotzdem überrollt und mir gar nichts mehr in den Sinn kommt?

Diese Gedanken verraten natürlich die Absicht: Man will vorgeben die Angst willentlich herzustellen, hat aber eigentlich die Absicht, sie zu bekämpfen. So funktioniert das natürlich nicht. Ganz wenigen gelingt es, die Angst so ehrlich zu wollen wie der Junge den Schluckauf haben will.

Irgend ein kleineres oder größeres Trauma liegt jeder Angst zugrunde. In der Therapie und in meinen Seminaren übe ich mit den Betroffenen Wege, die es ermöglichen, solche Traumas aufzulösen und die auch ermöglichen, die Angst zu besiegen.

Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, wollte ich dies beschreiben. Klienten und Seminarbesucher erlernen es, und im Frühjahr 2014 wird ein Buch erscheinen, in welchem  dies alles detailliert beschrieben wird.

Mechanismen der Angst

Angst folgt in ihrem Ablauf immer demselben Schema. Gleich mehr davon.

Die Angst, von welcher hier die Rede ist, ist jene irreale, wo keine reale Gefahr in Sicht ist, jene, unter der Menschen unbegreiflich leiden, welche sie unbedingt loswerden möchten, sie ständig bekämpfen und dabei trotzdem erfolglos bleiben. Zu nennen wären Flugangst, Prüfungsangst, Redeangst, Sozialphobie, Angst vor Enge oder Weite, also Klaustrophobie oder Agoraphobie (z.B. die Angst vor Tunnels, Menschenmassen, grossen Plätzen oder überhaupt ins Freie zu gehen), Panikattacken und viele mehr. Lösungen wären im Angst-Seminar zu finden.

Das Schema ist folgendes:

  1. Verschiedene Auslöser wecken Vorstellungen, Phantasien. Das läuft in unseren Köpfen ab. Unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen Real und Irreal. Wenn wir beispielsweise nachts von einem Albtraum geweckt werden, rast das Herz und wir haben Schweißausbrüche.
  2. Da in unserem Gehirn Alarmzentralen aktiviert werden, kommt es zu Körperreaktionen wie z.B. das oben beschriebene Herzrasen, aber auch anderen Körpersensationen wie Schwindel, zitternde Knie oder Hände, Enge in der Brust, Würgen und vieles mehr.
  3. Wir fühlen uns diesen Reaktionen hilflos ausgeliefert und wir versuchen, die Auslöser zu meiden oder die auslösende Situation zu verlassen. Wir wissen zwar, dass die Angstreaktion unbegründet ist, aber es gelingt uns nicht, sie auszuschalten. „Es geschieht einfach“. Es geschieht scheinbar ohne unser Dazutun, es tritt völlig selbsttätig, also spontan auf.
  4. Irgendwie werden wir dann unter mehr oder weniger großem Leiden mit der Situation fertig, oder wir verlassen den Tunnel, steigen aus dem Flugzeug oder was sonst immer. Wir sind aber hinterher nicht mehr ganz die gleichen wie vorher. Unsere Angst vor der Angst hat sich aufgrund der wiederholenden Erfahrung weiter verstärkt. Wir sind künftig noch aufmerksamer auf die Auslöser und reagieren oft noch heftiger, wenn wir wieder in eine ähnliche Situation geraten.

Das Typische ist der Automatismus, wie wir scheinbar ohne eigenes Zutun immer wieder bei ähnlichen Umständen in dieselbe Gemütsverfassung geraten, also das spontane Auftreten der irrealen Ängste.

Um mit diesen Ängsten auf völlig andere Art umgehen zu können, lässt sich der Automatismus hervorragend verwenden. Man hat in Forschungen z.B. an der Universität Zürich nachweisen können, dass es die Angst wesentlich reduziert, wenn man sich ihrer bewusst ist, und sie akzeptiert. Das wäre einen Versuch wert.

Nun kommt die große Falle: Ich will ja meine Angst unbedingt loswerden und nicht sie akzeptieren. Sie ist ganz und gar inakzeptabel! Wenn mir nun jemand kommt und sagt, ich müsste die Angst bloss akzeptieren, um sie los zu werden, dann bin ich, nach einigem Kopfschütteln, vielleicht bereit, sie zu akzeptieren. Aber nur, weil mir glaubhaft in Aussicht gestellt wird, dass sie dann das Feld räumt.

Frage: Akzeptiere ich in diesem Fall meine Angst? Nein, natürlich nicht! Ich bluffe ja nur, dass ich sie akzeptiere, denn mit diesem Trick will ich sie ja noch immer genau so vehement loswerden, wie zuvor.

Ist man erst einmal so weit, so ist man in einem Paradoxon gefangen, aus dem es nur schwer ein Entrinnen gibt. Um Paradoxa aufzulösen braucht es wirksame Gegenparadoxa. Nun sind diese leider recht individuell, was heißt, man kann keine allgemein gültigen Gegenparadoxa zur Verfügung stellen, sondern man muss sie individuell erarbeiten.

Als sehr hilfreich dafür hat sich erwiesen, diese in Kleingruppen, einem sog. Angst-Seminar zu erarbeiten. Einerseits haben die Teilnehmer den Schutz der Intimität in einer Kleingruppe. Oft scheuen sich angstgeplagte Menschen, sich zu outen. Die Kleingruppe gibt dafür genügend Sicherheit.

Der Hauptvorteil der Gruppe besteht darin, dass man auch die Betrachtungsweisen der andern Teilnehmer erfährt. Das Thema wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, was bedeutet, dass man von den Erfahrungen der andern profitieren kann und die Lösung mit verschiedenen Worten beschrieben aufnehmen kann. Das Verständnis wird enorm erleichtert, die Wahrscheinlichkeit, aus dem Paradoxon herauszufinden wird um ein Vielfaches, bei konsequenter Anwendung bis zur Gewissheit erhöht.

Wenn Sie gerne erfahren möchten, wie so ein Kleingruppenseminar abläuft, dann schauen Sie hier vorbei: Angst-Seminar

 

 

Verdrängung

Man sollte einerseits unterscheiden zwischen einem ersten Fall von gewolltem oder instinktivem aus dem Bewusstsein verdrängen von unangenehmen Erinnerungen, bei dem das Ereignis nicht wirklich vergessen ist, sondern lediglich der Aufmerksamkeit entzogen wird, und andererseits dem zweiten Fall, einem automatischen Überlebensmechanismus, welcher bei Ereignissen von lebensbedrohendem Ausmaß (das wird vom Opfer so erlebt, es braucht nicht zwingend lebensbedrohlich zu sein) in Aktion tritt, und den wir nicht steuern können. Im zweiten Fall gehen die Ereignisse vollständig vergessen, werden sogar oft heftig geleugnet, können aber manchmal später durch äußere Umstände wieder erinnert werden.

Hypnose kann das Wiedererinnern ebenfalls bewirken. Man muss allerdings berücksichtigen, dass unser Gedächtnis sehr dynamisch ist und durch andere Erlebnisse, Mitteilungen, Filme und anderes, starke Veränderungen mitmachen kann. Das heißt, diese späten Erinnerungen werden nicht ein exaktes Abbild der wirklichen Ereignisse sein, sind nicht als Beweismittel bei Prozessen zugelassen, und sollten auch nicht für Beschuldigungen im privaten Raum missbraucht werden. Sie können aber durchaus zu genaueren Recherchen anregen.

In einem Zwischenbereich finden wir lebensbedrohliche oder sog. traumatische Ereignisse, welche zwar nicht vergessen werden, die aber so schmerzlich sind, dass sie aus dem Tagesbewusstsein ausgeschlossen werden (müssen), oder geleugnet, oder verharmlost werden. Dies funktioniert ähnlich wie Fall eins, aber es ist natürlich ein Unterschied, ob man nicht mehr an eine nicht bestandene Prüfung oder Verlustängste erinnert werden möchte, oder im Gegensatz dazu mit einer Vergewaltigung zu Rande kommen muss, wo die Lebensqualität entscheidend vom Grad der Präsenz des Ereignisses abhängt.

In jedem dieser Fälle, und es gibt natürlich auch Zwischenstufen, sind psychische Energien am Werk, denen durch das Verdrängen der Ausgang absichtlich oder unabsichtlich verwehrt wird. Sie können nicht verarbeitet werden, wie z.B. eine Trauer, wo im rechten Umgang damit der Verarbeitung bewusst Zeit eingeräumt wird. Immerhin ermöglicht es, das gegenwärtige Leben erträglich zu gestalten.

So betrachtet hat das Verdrängen einen berechtigten Platz im menschlichen Verhalten. Es kann eine ganz wesentliche Funktion übernehmen, wenn im Moment keine andere Bewältigungsstrategie möglich ist. Es erhält somit eine wichtige Position im Ablauf von Traumatisierungen, auf welche ich später ebenfalls noch näher eingehen möchte.

Der wesentliche Nachteil besteht darin, dass dabei neuronale Schaltungen geschaffen werden, welche immer und immer wieder dieselben Energien aktivieren, welche es erschweren, mit Situationen umzugehen, welche an die traumatischen Ereignisse erinnern. Wenn man erlernen möchte, damit besser umzugehen, so ist es offensichtlich, dass eine Auflösung durch das Verdrängen nicht nur nicht erreicht werden kann, sondern diese Schwierigkeiten eher verfestigt. Die Begegnung mit den durch diese Energien hervorgerufenen Emotionen oder Blockaden, und das Durcharbeiten, sind offensichtlich eher zur Auflösung geeignet.

Ich möchte sehr gerne näher auf diese Thematik eingehen und wäre dankbar für Diskussionsbeiträge, Anregungen und Fragen. Bitte benutzen Sie die Möglichkeit unten.

Geschickt mit Geschick

Angenehmes, Unangenehmes, was immer es schickt, das Schicksal, man möchte es gerne steuern können. Seinem Schicksal könne man ohnehin nicht entrinnen, und überhaupt, gibt es das wirklich? Ist nicht alles selbst verschuldet? Gibt es so etwas wie freien Willen überhaupt? Und sind wir nicht das Resultat der Summe unserer bisherigen Erfahrungen? Die man ohnehin nicht mehr ändern kann?

Und wenn es dann wieder einmal so richtig zuschlägt, ständig die selben Ängste wie Flugangst, Prüfungsangst, Spinnenangst, die selben vergeblichen Hoffnungen oder Fehltritte, Mobbing, Burnout, Beziehungsstress, jedem das Seine… ja dann wehren sich die meisten mit Händen und Füssen, mit Klauen und Zähnen. Und was ändert sich? Ganz ehrlich, meistens tut es nur noch mehr weh.

Nach Jahren dieser Form von Arbeit an sich selbst hat sich meistens nichts gebessert. Aber auf die Idee, es einmal in eine ganz andere Richtung zu versuchen, kommen nur sehr wenige. Die Gegenwehr, die bisher nichts geholfen hat, die man ständig noch verstärkt hat, ist nur „mehr desselben“, nämlich einer falschen Lösung.

Ich mache einen Vorschlag: Verbünden Sie sich mit Ihrem Schicksal, mit ihren Problemen und Schmerzen! Sobald sie auftauchen! Bauen Sie Geschick auf im Umgang mit Ihrem Geschick! Der Kampf dagegen ist keine taugliche Lösung, das ist nichts Neues, es ist ein alter weiser Rat. Aber wie?

Das Problem, das sich stellt, ist ein Reflex, den alle haben, und der äusserst sinnvoll ist, wenn eine konkrete Störung vorliegt. Der Reflex, Schmerz zu vermeiden. Sobald eine unangenehme Emotion auftaucht, reagieren wir mit diesem Reflex und bekämpfen sie. Ohne zu fragen, ob es Sinn macht, oder nicht.

Es macht keinen Sinn, vor einem Ereignis Angst -oder was immer die unangenehme Emotion ist- zu haben, das erst in unserer Phantasie vorhanden ist und das kaum je eintreten wird, wie im Beispiel Flugangst.  Es macht nicht nur keinen Sinn, es ist geradezu fatal. Die so aufgebaute Angst führt zur Verstärkung der Phantasien und diese wiederum zur Verstärkung der Angst. Ein klassischer Teufelskreis.

Wie aber könnte man sich mit solch unangenehmen und schicksalhaft erscheinenden Phänomenen verbünden? Wie im Umgang damit Geschick erwerben? Darauf werde ich in nächster Zeit etwas näher eingehen.

Aktuelles


Ich bin zurück. Während der ganzen Sommerferien habe ich Normalbetrieb, Sie können Termine mit mir abmachen.

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