Leo Hackl Coaching
Zentrum Serata
Tischenloostrasse 55
8800 Thalwil

Telefon 044 772 89 79
LH@hacklcoaching.ch

Artikel

Archiv (Artikel)

Angst vor der Angst

Mechanismen der Angst

Angst folgt in ihrem Ablauf immer demselben Schema. Gleich mehr davon.

Die Angst, von welcher hier die Rede ist, ist jene irreale, wo keine reale Gefahr in Sicht ist, jene, unter der Menschen unbegreiflich leiden, welche sie unbedingt loswerden möchten, sie ständig bekämpfen und dabei trotzdem erfolglos bleiben. Zu nennen wären Flugangst, Prüfungsangst, Redeangst, Sozialphobie, Angst vor Enge oder Weite, also Klaustrophobie oder Agoraphobie (z.B. die Angst vor Tunnels, Menschenmassen, grossen Plätzen oder überhaupt ins Freie zu gehen), Panikattacken und viele mehr. Lösungen wären im Angst-Seminar zu finden.

Das Schema ist folgendes:

  1. Verschiedene Auslöser wecken Vorstellungen, Phantasien. Das läuft in unseren Köpfen ab. Unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen Real und Irreal. Wenn wir beispielsweise nachts von einem Albtraum geweckt werden, rast das Herz und wir haben Schweißausbrüche.
  2. Da in unserem Gehirn Alarmzentralen aktiviert werden, kommt es zu Körperreaktionen wie z.B. das oben beschriebene Herzrasen, aber auch anderen Körpersensationen wie Schwindel, zitternde Knie oder Hände, Enge in der Brust, Würgen und vieles mehr.
  3. Wir fühlen uns diesen Reaktionen hilflos ausgeliefert und wir versuchen, die Auslöser zu meiden oder die auslösende Situation zu verlassen. Wir wissen zwar, dass die Angstreaktion unbegründet ist, aber es gelingt uns nicht, sie auszuschalten. „Es geschieht einfach“. Es geschieht scheinbar ohne unser Dazutun, es tritt völlig selbsttätig, also spontan auf.
  4. Irgendwie werden wir dann unter mehr oder weniger großem Leiden mit der Situation fertig, oder wir verlassen den Tunnel, steigen aus dem Flugzeug oder was sonst immer. Wir sind aber hinterher nicht mehr ganz die gleichen wie vorher. Unsere Angst vor der Angst hat sich aufgrund der wiederholenden Erfahrung weiter verstärkt. Wir sind künftig noch aufmerksamer auf die Auslöser und reagieren oft noch heftiger, wenn wir wieder in eine ähnliche Situation geraten.

Das Typische ist der Automatismus, wie wir scheinbar ohne eigenes Zutun immer wieder bei ähnlichen Umständen in dieselbe Gemütsverfassung geraten, also das spontane Auftreten der irrealen Ängste.

Um mit diesen Ängsten auf völlig andere Art umgehen zu können, lässt sich der Automatismus hervorragend verwenden. Man hat in Forschungen z.B. an der Universität Zürich nachweisen können, dass es die Angst wesentlich reduziert, wenn man sich ihrer bewusst ist, und sie akzeptiert. Das wäre einen Versuch wert.

Nun kommt die große Falle: Ich will ja meine Angst unbedingt loswerden und nicht sie akzeptieren. Sie ist ganz und gar inakzeptabel! Wenn mir nun jemand kommt und sagt, ich müsste die Angst bloss akzeptieren, um sie los zu werden, dann bin ich, nach einigem Kopfschütteln, vielleicht bereit, sie zu akzeptieren. Aber nur, weil mir glaubhaft in Aussicht gestellt wird, dass sie dann das Feld räumt.

Frage: Akzeptiere ich in diesem Fall meine Angst? Nein, natürlich nicht! Ich bluffe ja nur, dass ich sie akzeptiere, denn mit diesem Trick will ich sie ja noch immer genau so vehement loswerden, wie zuvor.

Ist man erst einmal so weit, so ist man in einem Paradoxon gefangen, aus dem es nur schwer ein Entrinnen gibt. Um Paradoxa aufzulösen braucht es wirksame Gegenparadoxa. Nun sind diese leider recht individuell, was heißt, man kann keine allgemein gültigen Gegenparadoxa zur Verfügung stellen, sondern man muss sie individuell erarbeiten.

Als sehr hilfreich dafür hat sich erwiesen, diese in Kleingruppen, einem sog. Angst-Seminar zu erarbeiten. Einerseits haben die Teilnehmer den Schutz der Intimität in einer Kleingruppe. Oft scheuen sich angstgeplagte Menschen, sich zu outen. Die Kleingruppe gibt dafür genügend Sicherheit.

Der Hauptvorteil der Gruppe besteht darin, dass man auch die Betrachtungsweisen der andern Teilnehmer erfährt. Das Thema wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, was bedeutet, dass man von den Erfahrungen der andern profitieren kann und die Lösung mit verschiedenen Worten beschrieben aufnehmen kann. Das Verständnis wird enorm erleichtert, die Wahrscheinlichkeit, aus dem Paradoxon herauszufinden wird um ein Vielfaches, bei konsequenter Anwendung bis zur Gewissheit erhöht.

Wenn Sie gerne erfahren möchten, wie so ein Kleingruppenseminar abläuft, dann schauen Sie hier vorbei: Angst-Seminar

 

 

Angst vor

Zum letzten Blog „Teufelskreis Angst“ wurde nach Präzisierung, bzw. nach Antworten gefragt:

Es kann nicht einfach ein Patentrezept gegeben werden, auch wenn die Auflösung der Angst letztlich durch eine einfache Anweisung bewirkt wird. Diese ist eben individuell auf den einzelnen Fall abgestimmt. Es gibt ganz verschiedene Formen der Angst:

Angst vor Spinnen, Angst vor dem Zahnarzt, Angst vor Spritzen, Angst vor Krankheit, Angst vor Verlust, Existenzangst, Flugangst, Prüfungsangst, Bühnenangst, Höhenangst, Angst vor Plätzen (Platzangst), Angst vor Enge (Klaustrophobie), und nicht zuletzt Angst vor der Angst, welche die andern Ängste meist begleitet. Der Katalog ist fast beliebig erweiterbar.

Dem Vorgehen zur Auflösung der Angst ist folgendes gemeinsam: Sie muss als allererstes einmal akzeptiert, statt bekämpft werden. dies greifbar zu machen, dazu diente der Blog „Teufelskreis Angst“.

Wie das geschehen soll hängt einerseits von der Art der Angst ab, andererseits auch vom betroffenen Menschen.

Angst vor Spinnen ist meist erlernt und hat öfter viel eher mit Ekel zu tun. Flugangst kann auch eine Angst vor Enge (Klaustrophobie) sein. Prüfungsangst ist eine sehr einfache Form, hingegen Angst vor Krankheit eine eher hartnäckige.

Bei Angst vor Krankheit scheint es der betroffenen Person direkt verhängnisvoll, die Angst aufzulösen, weil das deren Schutzfunktion ausschalten könnte. Prompt wäre eine schlimme Krankheit übersehen, oder zu spät erkannt. So wenigstens denkt das Hirn der betroffenen Person. Sie wird sich also dem Ausschalten der Angst erst einmal widersetzen, ganz im Gegensatz zum Prüfling, der umso dankbarer ist, je schneller seine Angst verschwindet.

Es wird also vor allem darum gehen, die betroffene Person in ihrer Abwehrstrategie zu erfassen und sie dazu zu bringen, eine Verhaltensweise auszuprobieren, welche die Angst ausschaltet, ohne dass es zu einem Kampf gegen die Angst wird. Ein einziges Mal erfolgreich angewendet, wird diese Person nie mehr in ihre alte Verhaltensweise zurückfallen. Warum, ist dargestellt in „Eine Geschichte zur Nachhaltigkeit“.

Für ein Kind mit einer Hundephobie könnte dies ein Zauberspruch sein, weil ein Kind damit sehr gut ansprechbar ist. In schwierigeren Fällen kann auch einmal Hypnose zur Anwendung kommen, obwohl Angstpatienten meist auch Angst vor Hypnose haben. Das muss respektiert werden.

Manche brauchen eine langsame Annäherung, damit sie Vertrauen fassen können, dass die Strategie funktioniert, bevor sie sich getrauen, diese kompromisslos anzuwenden. Die Angst weitet sich eben gerne auch auf die Behandlungsmethode aus. Ganz zu schweigen von den vielen Fällen, die sich vor lauter Angst gar nicht erst getrauen, in die Beratung zu kommen. Da kann man nur raten: Nicht lange nachdenken, einfach kommen. Weglaufen kann man immer noch, das wird ein ernsthafter Berater verstehen und nicht übel nehmen. Schauen Sie unverbindlich unter dem Thema “Ängste” nach, oder benützen Sie das Kontaktformular für Fragen.

Ich hoffe, dass es jetzt etwas verständlicher ist, dass endgültige Antworten hier nicht gegeben werden können, sondern nur Wege skizzierbar sind und vor Hindernissen gewarnt werden kann. Bei weiteren Unklarheiten bitte fragen!

 

Verdrängung

Man sollte einerseits unterscheiden zwischen einem ersten Fall von gewolltem oder instinktivem aus dem Bewusstsein verdrängen von unangenehmen Erinnerungen, bei dem das Ereignis nicht wirklich vergessen ist, sondern lediglich der Aufmerksamkeit entzogen wird, und andererseits dem zweiten Fall, einem automatischen Überlebensmechanismus, welcher bei Ereignissen von lebensbedrohendem Ausmaß (das wird vom Opfer so erlebt, es braucht nicht zwingend lebensbedrohlich zu sein) in Aktion tritt, und den wir nicht steuern können. Im zweiten Fall gehen die Ereignisse vollständig vergessen, werden sogar oft heftig geleugnet, können aber manchmal später durch äußere Umstände wieder erinnert werden.

Hypnose kann das Wiedererinnern ebenfalls bewirken. Man muss allerdings berücksichtigen, dass unser Gedächtnis sehr dynamisch ist und durch andere Erlebnisse, Mitteilungen, Filme und anderes, starke Veränderungen mitmachen kann. Das heißt, diese späten Erinnerungen werden nicht ein exaktes Abbild der wirklichen Ereignisse sein, sind nicht als Beweismittel bei Prozessen zugelassen, und sollten auch nicht für Beschuldigungen im privaten Raum missbraucht werden. Sie können aber durchaus zu genaueren Recherchen anregen.

In einem Zwischenbereich finden wir lebensbedrohliche oder sog. traumatische Ereignisse, welche zwar nicht vergessen werden, die aber so schmerzlich sind, dass sie aus dem Tagesbewusstsein ausgeschlossen werden (müssen), oder geleugnet, oder verharmlost werden. Dies funktioniert ähnlich wie Fall eins, aber es ist natürlich ein Unterschied, ob man nicht mehr an eine nicht bestandene Prüfung oder Verlustängste erinnert werden möchte, oder im Gegensatz dazu mit einer Vergewaltigung zu Rande kommen muss, wo die Lebensqualität entscheidend vom Grad der Präsenz des Ereignisses abhängt.

In jedem dieser Fälle, und es gibt natürlich auch Zwischenstufen, sind psychische Energien am Werk, denen durch das Verdrängen der Ausgang absichtlich oder unabsichtlich verwehrt wird. Sie können nicht verarbeitet werden, wie z.B. eine Trauer, wo im rechten Umgang damit der Verarbeitung bewusst Zeit eingeräumt wird. Immerhin ermöglicht es, das gegenwärtige Leben erträglich zu gestalten.

So betrachtet hat das Verdrängen einen berechtigten Platz im menschlichen Verhalten. Es kann eine ganz wesentliche Funktion übernehmen, wenn im Moment keine andere Bewältigungsstrategie möglich ist. Es erhält somit eine wichtige Position im Ablauf von Traumatisierungen, auf welche ich später ebenfalls noch näher eingehen möchte.

Der wesentliche Nachteil besteht darin, dass dabei neuronale Schaltungen geschaffen werden, welche immer und immer wieder dieselben Energien aktivieren, welche es erschweren, mit Situationen umzugehen, welche an die traumatischen Ereignisse erinnern. Wenn man erlernen möchte, damit besser umzugehen, so ist es offensichtlich, dass eine Auflösung durch das Verdrängen nicht nur nicht erreicht werden kann, sondern diese Schwierigkeiten eher verfestigt. Die Begegnung mit den durch diese Energien hervorgerufenen Emotionen oder Blockaden, und das Durcharbeiten, sind offensichtlich eher zur Auflösung geeignet.

Ich möchte sehr gerne näher auf diese Thematik eingehen und wäre dankbar für Diskussionsbeiträge, Anregungen und Fragen. Bitte benutzen Sie die Möglichkeit unten.

Aktuelles

Nächstes Seminar "angstfrei"

Mittwoch 3.9.14 und 24.9.14
Details hier

Neu:
Workshop The Passion Test
Der Workshop war ein voller Erfolg. Nachfolge-Workshops sind in Planung.

Allgemeine Angaben zum Workshop


Visit Us On TwitterVisit Us On FacebookVisit Us On Google PlusVisit Us On YoutubeVisit Us On LinkedinCheck Our Feed