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Klaustrophobie

Agoraphobie – Klaustrophobie

Wenn jemand erklärt, unter Platzangst zu leiden, so stellt sich in den meisten Fällen heraus, dass diese Person Angst bekommt, sobald es eng wird, sie zu wenig Platz hat. Dies ist eigentlich das Gegenteil von Platzangst. Diese nennt man Agoraphobie, jene heißt korrekterweise Klaustrophobie, Angst vor Enge, Raumangst. Platzangst dagegen heisst Agoraphobie.

Sie ist die Angst vor Plätzen, öffentlichen Räumen, davor in der Weite verloren zu gehen, im Notfall keine Hilfe zu bekommen oder keine Fluchtmöglichkeit zu haben, in der Menschenmasse unterzugehen. Agoraphobie Betroffene meiden öffentliche Verkehrsmittel, lange Autofahrten, v.a. auf einsamen Straßen oder auf Autobahnen mit längeren Teilstrecken ohne Ausfahrt, aber auch Einkaufszentren und öffentliche Festanlässe. Im Extremfall verlässt eine Betroffene Person ihr Haus nur noch in Begleitung oder gar nicht mehr.

Die Agora war im antiken Griechenland zuerst der Marktplatz, später auch politischer Versammlungsplatz. Nicht jede Person begibt sich gerne auf einen solchen Platz. Ist man erst einmal von andern geortet, kann man den Platz kaum unbegründet wieder verlassen. Wird man von der Menge gar verschluckt, ist man erst recht verloren!

Die Klaustrophobie tritt bei den Betroffenen vor allem in engen Räumlichkeiten auf wie Aufzügen, eng bestuhlten Flugzeugen, aber auch in Bussen und Bahnen, Kinos und in Menschenansammlungen, oder nur schon wenn eine kleine Wahrscheinlichkeit für ein Gedränge besteht. Für weniger Empfindliche kann aber auch eine medizinische Untersuchung „in der Röhre“, also MRI/MRT, eine echte Herausforderung darstellen. Fast 15% aller Untersuchten zeigen dabei Angstreaktionen.

Zwischen den zwei Phobien gibt es auch Gemeinsamkeiten und Überschneidungen. Eine Verwechslung von Agoraphobie und Klaustrophobie ist daher kein Grund zur Kritik. Es ist genau abzuklären, wie die Umstände liegen, will man eine präzise Diagnose stellen. Treten gleichzeitig z.B. Panikattacken auf oder nicht, in welchen verschiedenen Umgebungen treten die Ängste auf, spielt Alleinsein oder Menschenmenge eine Rolle?

In welche Kategorie gehört nun z.B. die panische Angst davor, in eine Sesselbahn zu steigen? Man ist auf einen ganz kleinen Raum beschränkt und man sollte sich ruhig verhalten. Merkmale der Klaustrophobie. Man ist allein, keine Hilfe weit und breit, der Raum um einen herum scheint unendlich. Merkmale der Agoraphobie.

Im Grunde spielt es für die Behandlung keine Rolle. Klassisch wird bei beiden kognitive Verhaltenstherapie in Form einer Expositionstherapie angewendet. Bei Klaustrophobie vermehrt auch medikamentöse Behandlung. Die wissenschaftliche Nachweisbarkeit des Therapieerfolgs ist gleichzeitig Vor- und Nachteil.

Es ist nicht meine Aufgabe, daran Kritik zu üben. Es ist trotzdem bedauerlich, dass die spektakulären Erfolge eines Milton Erickson mit Agoraphobie und einiger seiner Schüler im Mental Research Institut in Palo Alto nicht in weitere wissenschaftliche Studien Eingang gefunden haben. Die Anwendung ihrer Methoden im Coaching führt zu erstaunlichen Resultaten in kürzester Zeit und diese sind auch anhaltend. Neueste Forschungen an der Universität Zürich scheinen nun langsam in diese Richtung zu weisen.

Wenn Sie am Ansatz der Palo Alto-Gruppe interessiert sind, finden Sie unter http://www.hacklcoaching.ch/themen/angste-phobien weitere Informationen.

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zweiteilig, Do, 12. Juni und Mi 2. Juli 2014 jeweils ab 19:00 Uhr
Details und Anmeldung hier im Seminarbeschrieb


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