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abnehmen

Abnehmen

Das Thema Gewichtskontrolle, abnehmen, hat als Beispiel für Überzeugungen als Therapie 2 großes Interesse gefunden. Daher werde ich es hier ausführlicher behandeln.

Grundsätzlich handelt es sich um eine Form des Mentalen Trainings. Es wird dabei eine innere Einstellung, eine Überzeugung, erarbeitet. Abnehmen selber oder Gewichtskontrolle an sich ist dabei NICHT das Ziel, dies wird lediglich ein unausweichliches und willkommenes Resultat sein.

Wie schon mehrfach dargelegt, besteht die Falle darin, dass man abnehmen möchte, weil man die Überzeugung hat, Übergewicht zu haben. Das heißt, man bekämpft Übergewicht, wodurch auf diesen Umstand Aufmerksamkeit gelenkt wird. Man hat ja diese Überzeugung. Genau dies stärkt die unliebsamen neuronalen Schaltungen (s. Überzeugungen als Therapie 2), wodurch dann leider der gegenteilige Effekt erzeugt wird.

Ich baue mir also korrekterweise eine Vorstellung auf, welche lediglich meinem Wunschzustand entspricht. Nur das. Diese Vorstellung lasse ich nun zur Überzeugung werden, dass dies mein natürlicher Zustand ist. Dies wäre nämlich tatsächlich mein natürlicher Zustand (sofern die Vorstellung im gesunden Rahmen liegt), auch wenn er im Moment nicht immer so wahrnehmbar ist.

Es wäre falsch, sich einreden zu wollen, dies sei jetzt effektiv so. Ich weiß ja, dass es nicht stimmt. Positiv Denken bedient sich solcher Tricks, von denen ich nichts halte.

Jetzt identifiziere ich mich durch Mentales Training intensiv mit dieser Vorstellung, wodurch sie mein altes Körperschema verschwinden lässt und es durch dieses neue ersetzt. Dies wird zu meinem Wissen um mich selbst, zu meinem Zustand. Sobald ich zuviel gegessen habe oder mich schwerer fühle, werde ich mich nicht mehr wohl fühlen, da es nicht meiner Natur entspricht. Langsam ändert dies ohne Anstrengung mein Verhalten.

Die genauen Vorstellungen sind individuell und müssen detailliert erarbeitet werden, was meist etwas Hilfe erfordert.

Zum Mentalen Training gehört auch eine Art Drehbuch, das in allen Details und Facetten beschreibt, was alles anders ist, wenn der natürliche Zustand wieder erreicht ist. Auch dazu ist meist Unterstützung notwendig. Das Drehbuch dient vor allem der Motivation durch Freude, was für den Lernprozess unerlässlich ist, denn um einen solchen handelt es sich ja.

Das Drehbuch wird auswendig gelernt und als innerer Film zu bestimmten Zeiten wiederholt abgespielt. Gleichzeitig wird das neue Körperschema bei verschiedenen Gelegenheiten bewusst gefühlt. Besonders geeignet ist dazu der frühe Morgen vor dem Frühstück oder bei Hunger, wenn es leicht fällt, sich eben leicht zu fühlen.

Da viele sich ungeeignete Essgewohnheiten zugelegt haben, soll dieses Körperschema auch zu Beginn einer jeden Nahrungsaufnahme bewusst vergegenwärtigt werden. Da es sich um ein Wohlfühlschema handelt, wird dies die alten Essgewohnheiten sehr bald außer Kraft setzen, der Körper möchte sich anders fühlen.

Das Einhalten von Diäten um überflüssige Pfunde los zu werden, ist sowieso grundsätzlich kontraproduktiv, da es sich gegen die alte Überzeugung richtet, übergewichtig zu sein. Damit wäre die Aufmerksamkeit wieder bei den überflüssigen Pfunden.  Sie können und sollen essen, was Ihnen Spaß macht, Diäten sorgen lediglich dafür, dass man bald wieder zunimmt. In dieser Falle liegt einer der wesentlichen Ursachen dafür, dass Diäten nichts nützen, außer jemand ist äußerst diszipliniert.

Mit dieser Methode brauchen Sie weder Essdisziplin, noch Diät. Die einzigen zwei Schwierigkeiten bestehen darin, dass man sich dazu bringen muss, einerseits das Mentale Training nicht zu vergessen (dazu dient vor allem das motivierende Drehbuch), und andererseits, dass man die Geduld aufbringt, nicht Resultate von heute auf morgen zu erwarten. Sie SIND von Natur aus das, was Ihrem Körperschema entspricht. Dazu braucht es keine Disziplin und keine Diät, es wird sich früher oder später automatisch einstellen.

 

Überzeugungen als Therapie 2

Beispiel Gewichtskontrolle: Abnehmen, Gewichtskontrolle, das ist ein Dauerbrenner. Überall findet man dazu Angebote, Diäten, Trainingspläne, fünf Dinge, welche man nie essen soll, usw. Wenige beanspruchen dafür Therapie oder Coaching. Dabei gäbe es durchaus einen Weg, welcher nichts mit Diäten gemeinsam hat, sondern durch einen Therapeuten oder Coach vermittelt werden kann: Eine überzeugte Einstellung.

Welche Überzeugung ließe sich also dazu verwenden, dass sich das gewünschte Körpergewicht von selbst einpendelt, weil sie wie ein Medikament wirkt? Da sie aber kein Medikament, sondern eine reine Überzeugung ist, also keinen Wirkstoff enthält, wäre sie den Placebos zuzuordnen.

Das direkte Gespräch ist für die Errichtung einer Überzeugung ein wichtiger Faktor, welcher hier natürlich fehlt. Aber vielleicht gelingt es, zu begründen, warum dies tatsächlich ein lohnender Weg wäre.

Wir alle haben eine Vorstellung, wie unser Körper beschaffen ist, und ob unser Gewicht, unser Fettanteil, unserer Vorstellung von richtig oder erwünscht entspricht. Es ist hier nicht die Frage, ob diese Vorstellung richtig sei oder falsch. Ein Mensch, der unter einer Anorexie leidet, leidet nur in den Augen anderer darunter. Selbst bei einer Körpergröße von 170 cm und einem Gewicht von 40 kg kann sich dieser Mensch noch dick fühlen.

Dieses individuelle Wissen, oder diese Vorstellung ist unbewusst und ist das, was als Körperschema bezeichnet wird. Diese gefühlten Außengrenzen auf der einen Seite und unsere physisch real vorhandenen Außengrenzen auf der andern, stehen miteinander in einer Wechselwirkung. Das Körperschema wird von der äusseren Form beeinflusst, die reale Körperform ihrerseits wird aber auch durch das Körperschema bestimmt.

Das Körperschema ist eine sehr wirksame Überzeugung. Wenn der Bauchumfang 110 cm beträgt, dann fühle ich mich auch so. Zu dick, unbeweglich, kurzatmig, voll. Ich beginne mich für Diäten zu interessieren, also dagegen anzukämpfen.

Das Hirn wird einerseits darauf hinarbeiten, dass diese Überzeugung, eine bestimmte Form zu haben, physisch auch möglichst eingehalten wird. Dieses Bestreben wird fatalerweise durch mein dagegen Ankämpfen zusätzlich verstärkt. Wie ich im Blog „Überzeugungen als Therapie 1“ gezeigt habe, verstärkt jede Aufmerksamkeit auf einen Sachverhalt bestimmte Schaltkreise im Gehirn. Das Ankämpfen ist eine solche Aufmerksamkeit.

Je mehr ich mich also mit meinem unliebsamen Körperschema des Übergewichtigen beschäftige, sei es mittels Diäten, Trainingsmethoden oder sonstigen Kampfmassnahmen, umso mehr wird dieser Schaltkreis ausgebaut. Die Konsequenz, welche daraus zu ziehen wäre, ist einfach.

Neuronale Schaltkreise werden das Körperschema unweigerlich realisieren. Alle Kämpfe gegen dieses Schema bedeuten Aufmerksamkeit und werden diese Schaltkreise zusätzlich weiter ausbauen. Ich müsste also z.B. die Vorstellung von meinem Körper haben, dass mein Bauch ganz flach wäre, mit vielleicht 85 cm Umfang. Dies aber so, als wäre das neue Körperschema bereits eine äußere Realität. Keinerlei Kampfmassnahmen wären daher notwendig. Ich würde das veränderte Körperschema einfach nur leben und dem unerwünschten alten keine weitere Aufmerksamkeit schenken.

Natürlich muss dieses Körperschema zuerst implementiert werden, d.h. bei vielen wichtigen Gelegenheiten erinnere ich mich daran, dass ich mich mit meinem flachen Bauch und diesem Körper sehr wohl fühle. Verschiedene Tageszeiten eignen sich dafür besonders, und auch während jedem Essen oder bei jeder Zwischenmahlzeit muss es bewusst gemacht werden.

Was dann geschieht, ist folgendes: Es wird automatisch mein Wunsch werden, dass ich mich immer so fühle, wie es dem Körperschema entspricht. Ich werde wieder ein deutliches Sättigungsgefühl wahrnehmen und zwar schon bei viel kleineren Essensmengen als bisher und daher früher zu essen aufhören. Die Verdauung wird eine spürbare Beschleunigung erfahren. Ich werde wesentlich aktiver. Nach etwa einem Monat werde ich mich fast ununterbrochen so fühlen, wie es meinem Körperschema entspricht. Wenn es dem einmal nicht entspricht, fühle ich mich unwohl und ich werde so rasch wie möglich dafür sorgen, dass ich mich wieder so fühle wie es mir entspricht, indem ich z.B. weniger und langsamer esse. Dies geschieht ganz automatisch, da ich mich sonst nicht wohl fühle.

Dies tönt alles sehr einfach, aber der Teufel steckt natürlich auch hier im Detail. Zum Beispiel gibt es da eine ganz perfide Falle, um nur eines der Details zu erwähnen: Ohne dass man es merkt, wird man immer wieder den Erfolg der Methode kontrollieren wollen. Unmerklich schwenkt die Aufmerksamkeit vergleichend auf das alte Körperschema. Ob ich es will oder nicht bin ich schon wieder am Bekämpfen desselben. Was geschieht? Die alten Schaltkreise im Gehirn bekommen neue Aufmerksamkeit und werden wieder aktiviert, statt dass sie veröden. In diesem Fall sind die ganzen Anstrengungen kompromittiert. Abgesehen davon, sobald wir es als Anstrengungen empfinden, ist bereits wieder Kampf drin und es wird kaum Veränderung eintreten.

Dies ist einer der wichtigsten Gründe, warum es eben doch jemanden braucht, der einem hilft, solche Klippen zu umschiffen. Aber versuchen können sie es ja trotzdem einmal.

Benutzen Sie die Gelegenheit Fragen zu stellen oder Ihre Meinung zu äussern.

 

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