Was ist Erfolg? Kann man Erfolg „haben“? Was ist ein erfolgreicher Mensch? Und kann man trotz Erfolg in ein Burnout rutschen?
Wir möchten alle gerne erfolgreich sein. Aber haben wir wirklich schon einmal versucht, zu definieren, was Erfolg überhaupt ist und bedeutet? Wenigstens für einen selbst?
Das könnte ja nicht schaden, drum einige kurze Überlegungen dazu:
Wikipedia definiert so: „Der Begriff Erfolg bezeichnet das Erreichen selbst gesetzter Ziele. Das gilt sowohl für einzelne Menschen als auch für Organisationen.“
Erfolg hat also mit Handeln zu tun, er ist nicht zu „haben“, er ist zu erreichen. Es gibt selbstverständlich eine weitläufige Literatur über Erfolg und der oben angeführte Link liefert einige sehr erhellende Ausführungen.
Erfolg ist aber in erster Linie einmal ganz individuell, in zweiter aber auch eine sich laufend wandelnde gesellschaftliche Vorstellung. Daraus folgt, dass es eben nicht immer SELBST gesteckte Ziele sind. Mir scheint dies ein Trugschluss, wie gleich zu sehen sein wird.
Individuell tritt er ganz oder teilweise dann ein, wenn das Individuum (das auch eine Körperschaft wie eine Unternehmung, ein Verein, sein kann) ein selbst gestecktes Ziel ganz oder teilweise erreicht. Gesellschaftlich tritt er dann ein, wenn ein beschriebenes Individuum Ziele erreicht, welche von der Gesellschaft als erstrebenswert angeschaut werden. Auch das Individuum sieht sich in solchen Fällen oft selber als erfolgreich, obwohl ihm seine Ziele von der Gesellschaft gesetzt wurden, s. oben.
Dass diese Ziele sich gegenseitig beeinflussen ist offensichtlich. In einer materiell ausgerichteten Gesellschaft werden diese Ziele vermehrt materieller Natur sein. Materiell bedeutet hier, auf das „Haben“ ausgerichtet. Besitz, Beziehungen, eine Vorzeigefamilie, oder auch bereits eine/n repräsentable Partner/in zu „haben“ macht zum erfolgreichen Mitglied. Ob jemand dafür bereit ist, im übertragenen oder wirklichen Sinne über Leichen zu gehen, ist mindestens einem Teil dieser Gesellschaft egal, oder löst sogar Bewunderung aus.
In einer sozial ausgerichteten Gesellschaft ist das Erreichen sozialer bis altruistischer Ziele erstrebenswert. Das Erreichen von Zielen die andern nützen oder helfen, gilt als Erfolg. Von der ersten Gruppe werden diese oft belächelt oder gar gering geschätzt (Die Lieben und die Netten). Mitglieder einer solchen Gesellschaft sind sich einig darin, dass jemand umso erfolgreicher ist, je eher er ebensolche Ziele erreicht, selbst wenn er diese nicht einmal angestrebt hat, was hier wesentlich öfter vorkommt, als in der ersten Gruppe. Also auch hier nicht zwingend selbst gesteckte Ziele.
Was nun das individuelle Setzen von Zielen angeht, so richten sich diese mehrheitlich entweder am Haben oder am Tun aus. Es gibt aber noch die Möglichkeit einer dritten Betrachtungsweise, nämlich ein Ausrichten am Sein:
Wie bin ich selbst? Was bin ich? Wo liegen meine Begabungen und meine Neigungen? Welches Tun steht im Einklang mit meinem eigenen Wesen? Womit könnte ich mich beschäftigen, um mir zu ermöglichen, mein Sein durch authentisches Verhalten zur Entfaltung zu bringen? Dies würde zu einem Tun führen, in welchem ich mein ureigenes Sein lebe. Die Aufgaben, denen ich mich stelle, würde ich voll und ganz um ihrer selbst willen erledigen und nicht, um irgendwelche äußeren Ziele oder Notwendigkeiten zu bedienen. Ich würde ganz in diesen Aufgaben aufgehen – und entsprechend gute Resultate erzielen. Materielle Resultate würden sich von selbst einstellen, in größerem oder kleinerem Umfang. Es wäre nicht im Fokus, aber zweifellos wäre für mich gesorgt.
Ein hervorragendes Merkmal kennzeichnet solche Ziele: Keine Erwartungen und Notwendigkeiten zwingen zu einem bestimmten Verhalten, das würde ohne Zweifel Energie kosten. Tun, das zur Entfaltung des eigenen Wesens führt, kostet keine Energie, es führt uns Energie zu, wir schöpfen daraus Erfüllung. Ob das Erfolg zu nennen ist, wird dabei völlig nebensächlich, da „Erfolg“ gar kein Ziel mehr ist. Aber eines ist sicher: Zu einem Burnout wird solches Tun nie und nimmer führen. Wie solches erreicht werden kann, ist Gegenstand unseres Coaching für Burnout.